Attack Surface Management oder ASM ist eine aufkommende Priorität für IT-getriebene Unternehmen, die ihre bestehenden Sicherheitstests und ihr Monitoring ergänzen möchten. Es handelt sich um den Prozess der kontinuierlichen Asset-Erkennung, -Inventarisierung, -Klassifizierung und -Überwachung der technischen Architektur eines Unternehmens.
Die Bedeutung von ASM ähnelt der Asset-Erkennung und -Verwaltung, berücksichtigt jedoch die Schwachstellen aus der Perspektive von Cyberkriminellen. In diesem Blog untersuchen wir, wie effektives Attack Surface Management Cyberangriffe verhindern kann, indem es weit verstreute Assets und Ressourcen absichert.
Was ist eine Angriffsfläche?
Eine Angriffsfläche ist eine Reihe von Punkten an der Grenze einer IT-Infrastruktur, die einem Unternehmen helfen, Schwachstellen zu entdecken, zu priorisieren und zu beheben, bevor Cyberkriminelle sie ausnutzen. Sie wird wie folgt kategorisiert:
Digitale Angriffsfläche
Dies umfasst das gesamte IT-Netzwerk und die Softwareumgebung, einschließlich Anwendungen, Codes, Ports und anderer Ein- und Ausgangspunkte.
Physische Angriffsfläche
Umfasst die Endgeräte des Unternehmens wie Desktop-Systeme, Laptops, Mobilgeräte und USB-Geräte.
Social-Engineering-Angriffsfläche
Social-Engineering-Taktiken nutzen unvorsichtiges und anfälliges Nutzerverhalten aus. Zu den häufigen Angriffen, die mit dieser Technik versucht werden, gehören Phishing, Malware-Injektion und Typosquatting.
Was ist Attack Surface Management?
Attack Surface Management ist die kontinuierliche Überwachung und Vorsicht, die erforderlich ist, um sowohl aktuelle als auch zukünftige Cyberbedrohungen zu mindern. Es umfasst alle Risikobewertungen, Sicherheitskontrollen und Sicherheitsmaßnahmen, die zusammen die Angriffsfläche überwachen und schützen, um die Wahrscheinlichkeit zu minimieren, dass Cyberkriminelle Systemlücken ausnutzen.
Attack-Surface-Management-Tools erkennen Schwachstellensätze, sodass Entwickler und Cybersicherheitsexperten sich der potenziellen Risiken bewusst sind. Die Teammitglieder ergreifen dann die erforderlichen Maßnahmen, um Cyberangriffe zu mindern.
External Attack Surface Management oder EASM ist ein neuer Begriff, der oft synonym mit ASM verwendet wird, jedoch nicht dasselbe ist. EASM bezieht sich speziell auf Schwachstellen und Risiken, die mit externen oder internetzugänglichen IT-Assets eines Unternehmens verbunden sind. Wie oben erwähnt, fallen diese unter die Kategorie der digitalen Angriffsfläche. EASM umfasst nicht die physische Angriffsfläche und die Social-Engineering-Angriffsfläche.
Attack Surface Management reduziert Cyberbedrohungen, die entstehen durch:
- Legacy-, IoT- und Schatten-IT-Assets
- Unvorsichtiges Nutzerverhalten
- Veraltete und ungepatchte Software und Anwendungen
- Unbekannte Open-Source-Software
- Groß angelegte Angriffe auf Ihre Domain
- Verletzung geistigen Eigentums
- Von Anbietern verwaltete Assets
Wie funktioniert Attack Surface Management?
Der ASM-Prozess ist in vier Kernschritte unterteilt:
- Asset-Erkennung
- Klassifizierung, Analyse und Priorisierung
- Behebung
- Überwachung
Diese werden mithilfe von Attack-Surface-Management-Tools automatisiert, da das Cybersicherheitsteam ein Echtzeit-Update über exponierte Assets haben sollte.
Asset-Erkennung
Die Asset-Erkennung erfolgt mithilfe automatisierter Tools, die kontinuierlich nach Sicherheitslücken in internetzugänglicher Hardware, Software und Cloud-Assets suchen. Diese Assets umfassen:
- Bekannte Assets: Die gesamte IT-Infrastruktur unter direktem Zugriff und Kontrolle der Organisation, einschließlich Router, Geräte, IoT-Geräte, Websites und proprietäre Daten.
- Unbekannte Assets: Dazu gehören alle inventarisierten Assets, die Netzwerkressourcen ohne Wissen und Zustimmung des IT-Teams nutzen.
- Assets von Drittanbietern: Dies sind Assets, die die Organisation als Teil der IT-Infrastruktur oder digitalen Lieferkette nutzt, aber nicht besitzt. Dazu gehören SaaS-Anwendungen, APIs und öffentliche Cloud-Assets.
- Tochtergesellschafts-Assets: Dies bezieht sich auf eine Liste bekannter, unbekannter oder Drittanbieter-Assets, die zu Netzwerken der Tochtergesellschaften einer Organisation gehören.
- Bösartige oder betrügerische Assets: Dies sind Assets, die von Cyberkriminellen entwickelt oder gestohlen wurden, um ein Unternehmen durch Datenverletzungen oder Identitätsdiebstahl-Angriffe zu attackieren.
Klassifizierung, Analyse und Priorisierung
Nach der Asset-Erkennung werden diese nach Identität, IP-Adresse, Eigentümerschaft und Verbindungen zu anderen Assets inventarisiert. Sie werden hinsichtlich ihrer Exposition und der Bedrohungen, die sie darstellen können, bewertet.
Danach werden die Systemlücken auf Basis der aus Threat-Intelligence-Feeds gesammelten Daten, der während der Klassifizierung erfassten Informationen und der Ergebnisse von Sicherheitsrisikomanagement-Aktivitäten für die Behebung priorisiert.
Behebung
Die Behebung erfolgt in Prioritätsreihenfolge und umfasst:
- Die Implementierung angemessener Sicherheitskontrollprotokolle für das betreffende Asset. Dies kann das Debuggen von Anwendungscode, die Aktualisierung des Systems und die Verwendung stärkerer Datenverschlüsselung umfassen.
- Die Einordnung zuvor unbekannter Assets unter Überwachung.
Der Behebungsprozess kann auch breitere und Asset-übergreifende Taktiken umfassen, wie die Anwendung des Prinzips der geringsten Rechte, Allowlisting, Blocklisting oder Multi-Faktor-Authentifizierung.
Überwachung
Jedes IT-System ist anfällig für Schwachstellen, die Hacker ausnutzen können, daher werden sowohl inventarisierte als auch bestehende Assets kontinuierlich überwacht. Dies gibt Sicherheitsteams einen Vorsprung, sodass sie diese patchen können, bevor Cyberkriminelle diese Lücken ausnutzen können.
Attack Surface Management vs. Vulnerability Management
Der Hauptunterschied zwischen Attack Surface Management und Vulnerability Management liegt im gesamten Sicherheitsumfang, der innerhalb einer IT-Struktur erfasst wird. ASM überwacht ein breiteres Umfeld im Vergleich zum Vulnerability Management, das sich nur mit den unmittelbaren Auswirkungen eines anfälligen Assets befasst.
Vulnerability Management ist eine Teilmenge des Attack Surface Management und beschränkt sich auf bestimmte schwache Assets innerhalb eines Netzwerks und befasst sich mit codebasierten Scans.
Attack Surface Management vs. Angriffsvektor
Um Cyberbedrohungen zu bekämpfen und Threat Intelligence zu erreichen, ist es wichtig, den Unterschied zwischen Attack Surface Management und Angriffsvektoren zu kennen.
Was ist ein Angriffsvektor?
Angriffsvektoren sind Techniken, die von Cyberkriminellen eingesetzt werden, um sich unbefugten Zugriff auf Systeme oder Konten zu verschaffen, um Daten zu stehlen oder abzufangen. Diese werden in passive und aktive Angriffsvektoren kategorisiert.
Passive Angriffsvektoren beinhalten die Ausnutzung von Schwachstellen, ohne die Ressourcen und die Leistung der Systeme zu beeinträchtigen. Dazu gehören Abhörtaktiken wie Session-Hijacking, Port-Scanning und Datenverkehrsanalyse.
Aktive Angriffsvektoren beinhalten die Ausnutzung von Schwachstellen auf eine Weise, die die Betriebsfähigkeit der Systeme beeinträchtigt. Dazu gehören Ransomware-Angriffe, SQL-Injection-Angriffe und DDoS-Angriffe.
Unterschied zwischen Angriffsfläche und Angriffsvektoren
Einfacher ausgedrückt ist die Angriffsfläche die Ansammlung aller Schwachstellen, die ein Cyberkrimineller mit böswilliger Absicht ausnutzen kann. Ein Angriffsvektor ist eine Technik, die er verwendet, um Schwachstellen in einer IT-Infrastruktur auszunutzen.
Schwachstellentester kartieren die Angriffsfläche, um einen umfassenderen Überblick über alle potenziellen Risiken im Zusammenhang mit der IT-Architektur zu erhalten. Die Bewertung einzelner Angriffsvektoren gibt Aufschluss darüber, was behoben oder verstärkt werden muss.
Wie kann Red Sift Unternehmen beim Attack Surface Management und Monitoring unterstützen?
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