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Post-Quantum-Kryptografie beginnt mit Ihrem PKI-Bestand

Die Migration zur Post-Quantum-Kryptografie steht vor einer bundesstaatlichen Frist im Jahr 2031 und Googles eigenem Ziel für 2029. Warum jetzt mit der Kartierung Ihres PKI-Bestands begonnen werden muss, erfahren Sie hier.

Billy McDiarmid·VP Customer Engineering
Published: June 23, 2026·4 min read

Präsident Trump unterzeichnete im Juni 2026 zwei Executive Orders zur Quantentechnologie. Die eine legt das Ziel fest, bis 2028 einen forschungsreifen Quantencomputer zu bauen. Die andere bringt die Bundesregierung auf Post-Quantum-Kryptografie (PQC), wobei die Schlüsselvereinbarung bis Ende 2030 und digitale Signaturen bis Ende 2031 umgesetzt werden müssen. Der Zeitplan für diese Fähigkeiten verschiebt sich ständig, und die meisten Organisationen können immer noch nicht sagen, welche Kryptografie sie einsetzen oder wo sie sich befindet. Die Kartierung Ihres Public Key Infrastructure (PKI)-Bestands ist die Aufgabe, die jetzt beginnen muss.

Wichtige Erkenntnisse

  • Die Verfügung von 2028 betrifft den Bau eines Quantencomputers zu Forschungszwecken. Die Fristen 2030 und 2031 betreffen die Migration der Bundesbehörden von der Kryptografie, die ein Quantencomputer brechen könnte.
  • Google hat sich selbst eine Frist bis 2029 gesetzt, also ein Jahr vor dem bundesstaatlichen Termin für die Schlüsselvereinbarung. Das ist ein deutliches Signal für alle Organisationen, deren Daten über Jahre privat bleiben müssen.
  • Sie können keine Kryptografie migrieren, die Sie nicht sehen. Ein aktuelles Inventar von Zertifikaten, Schlüsseln und Abhängigkeiten ist Voraussetzung vor jedem Algorithmuswechsel.

Zwei Verfügungen, zwei völlig verschiedene Fristen

Am 22. Juni 2026 unterzeichnete das Weiße Haus zwei Executive Orders zur Quantentechnologie, und die beiden darin enthaltenen Fristen sind leicht zu verwechseln.

Die erste Verfügung gibt das Ziel vor, bis 2028 einen Quantencomputer zu bauen, der für wissenschaftliche Forschung leistungsfähig genug ist. Die zweite, Executive Order, stellt die Bundesbehörden auf Post-Quantum-Kryptografie um. Hochwertige und hochkritische Systeme des Bundes müssen PQC für die Schlüsselvereinbarung bis Ende 2030 und für digitale Signaturen bis Ende 2031 einsetzen.

Der beschleunigte Kurs in der Quantenpolitik ist zu begrüßen. Regierung, Industrie und Wissenschaft haben wichtige Arbeit geleistet, aber das Tempo hat nicht immer dem Ausmaß des Risikos entsprochen. Das Einzige, was beim Thema Quanten sicher ist, ist, dass sich der Zeitrahmen weiter verschieben wird – und aktuelle Entwicklungen zeigen, dass sich das Zeitfenster für notwendige Maßnahmen eher schließt als öffnet.

Ambitionen müssen mit Umsetzung und Finanzierung verbunden sein

Der neue Fokus auf Post-Quantum-Bereitschaft ist entscheidend. Ambitionen müssen mit Umsetzung und ausreichender Finanzierung einhergehen. Regierungen müssen ordnungsgemäß ausgestattet sein, um Richtlinien zu setzen, kritische Infrastrukturen zu koordinieren und der breiteren Wirtschaft zu helfen, sich sicher weiterzuentwickeln. Der Privatsektor wird weiter investieren, aber dieser Übergang darf nicht allein dem Marktumfeld überlassen werden.

Dieser Punkt ist gerade jetzt von Bedeutung, denn die Behörde, die mit der Koordination eines Großteils dieser wichtigen Infrastrukturaufgabe betraut ist, CISA, soll mit weniger Budget und einem kleineren Team mehr leisten. Eine Führung ohne ausreichende Ressourcen verlangsamt alle Beteiligten.

Die Frist 2031 ist kein bequemer Termin

Das bundesstaatliche Ziel für 2031 ist ein wichtiger Meilenstein, sollte jedoch nicht als komfortable Frist verstanden werden. Google hat für seine eigene Post-Quantum-Migration bereits die Zielmarke 2029 gesetzt, was eine berechtigte Frage aufwirft: Warum sollte irgendeine Organisation mit langfristig sensiblen Daten warten?

Für Unternehmen ist die Botschaft klar: Das ist kein Problem für das nächste Jahrzehnt. Wer Daten hält, die über Jahre privat bleiben sollen, sollte sich jetzt auf das Zeitfenster 2029 bis 2031 vorbereiten.

Sie können nicht migrieren, was Sie nicht sehen

Die Herausforderung liegt darin, dass die Post-Quantum-Migration weit mehr ist als der Kauf neuer Algorithmen. Kryptografie steckt überall: in Zertifikaten, Schlüsseln, Anwendungen, APIs, Cloud-Diensten, Lieferanten, Geräten und Drittanbietersystemen. In vielen Organisationen wurde dieser Bestand noch nie vollständig erfasst. Sie können nicht migrieren, was Sie nicht sehen.

Jetzt zählt vor allem die Transparenz. Das bedeutet ein aktuelles Inventar aller kryptografischen Assets: PKI, Zertifikate, Schlüssel, Besitzer, Abhängigkeiten und Erneuerungspfade. Es ist, als würde man ein Gebäude sichern, bevor eine neue Art von Einbruchswerkzeug auf den Markt kommt. Die meisten Organisationen können derzeit noch nicht sagen, wie viele Türen sie haben, wo sie sind oder wer die Schlüssel besitzt.

Der Anfang heißt Bestandaufnahme, nicht Algorithmus

Das Austauschen der Algorithmen ist der sichtbare Teil der Post-Quantum-Migration – aber der letzte Schritt. Ob Sie das Zeitfenster 2029 bis 2031 einhalten, entscheidet sich an der vorgelagerten Bestandsaufnahme.

Red Sift Certificates vereint öffentliche und private kryptografische Assets in einem durchgehenden Inventar – mit speziellen Ansichten für PQC-Bereitschaft und Zertifikats-Lifecycle-Compliance, sodass Sie Ihren Bestand sehen, bevor Sie ihn migrieren. Das vollständige Bild zum Bedrohungsmodell, den NIST-Algorithmen und wie kryptografische Agilität aufgebaut wird, finden Sie in unserem Leitfaden zur Post-Quantum-Kryptografie.

Billy McDiarmid
VP Customer Engineering