Die Lebensdauer von SSL/TLS-Zertifikaten wird immer kürzer. Chrome schlug zunächst vor, die Gültigkeitsdauer von Zertifikaten auf 90 Tage zu reduzieren, um die Sicherheit zu verbessern und Risiken im Zusammenhang mit kompromittierten Zertifikaten zu verringern. Apple ging noch einen Schritt weiter und schlug in einem Ballot-Entwurf vor, die maximale Gültigkeitsdauer für öffentliche SSL/TLS-Zertifikate bis 2028 auf nur 47 Tage zu verkürzen.
Dieser Schritt dürfte erhebliche Auswirkungen auf die digitale Sicherheit haben, da er noch strengere Maßnahmen zur Gewährleistung der Authentizität und Sicherheit von Zertifikaten vorantreibt. Er könnte auch die Branchenstandards für das Zertifikatsmanagement neu gestalten, und sollten sich die Gerüchte bewahrheiten, könnten weitere führende Internetanbieter Bestrebungen zur weiteren Verkürzung der Zertifikatslaufzeiten unterstützen.
Die Ankündigung reiht sich in eine Serie von Veränderungen im Ökosystem ein, mit denen Teams bereits zu tun haben, wie etwa die Entrust-Vertrauensentziehung und die kommende PCI-DSS-4-Vorgabe.
Die Nachteile der verkürzten Laufzeit
Ein sich rasant ausweitendes digitales Ökosystem bringt die Herausforderung mit sich, laufende Veränderungen zu bewältigen – ganz zu schweigen von der erheblichen, um das Achtfache gestiegenen Belastung im Zertifikatsmanagement (gegenüber der vierfachen Steigerung durch Google). Mit der Verkürzung der Zertifikatslaufzeiten auf nur 47 Tage hat Apple den Druck auf Sicherheitsteams, die bereits mit Googles 90-Tage-Grenze zu kämpfen haben, erheblich erhöht.


Darüber hinaus könnten bestehende Automatisierungstools zu Fehlern in Arbeitsabläufen führen, da bei End-to-End-Prozessen Zertifikate übersehen werden könnten, die ersetzt werden müssen. Dies erhöht das Risiko von Fehlverwaltung, was zum Ablauf von Zertifikaten und damit zu kostspieligen Serviceausfällen sowie Reputationsschäden führen kann.
Welche Vorteile sind zu erwarten?
Es ist nicht alles nur negativ zu sehen, denn kürzere Zertifikatslaufzeiten bringen auch deutliche Vorteile mit sich. Organisationen werden besser in der Lage sein, mit den Veränderungen im Ökosystem Schritt zu halten, insbesondere im Hinblick auf die zunehmende Bedeutung der Post-Quanten-Kryptografie (PQC). Ein kürzerer Lebenszyklus fördert eine bessere Sicherheitshygiene, da er mehr Automatisierung begünstigt und häufigere Schlüsselrotationen zur Folge hat. Das bedeutet, dass kompromittierte Assets schnell ersetzt werden können, was Widerrufe erleichtert und das Gesamtrisiko verringert.
Die Verkürzung der Zertifikatslaufzeit führt zudem zu einer verbesserten Sicherheit, da sie das Zeitfenster verkleinert, in dem Angreifer kompromittierte Zertifikate ausnutzen können. In größeren Organisationen wird ein Anstieg der Automatisierung erwartet, insbesondere durch den Einsatz von KI zur Verwaltung der Vielzahl rotierender Zertifikate. Dieser Wandel verringert das Potenzial für menschliche Fehler und führt insgesamt zu einer robusteren Cybersicherheit.
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Jack leads content, PR, GEO, and email security research at Red Sift.




