In diesem zweiten Teil von „The Data Must Flow“ befassen wir uns eingehend mit Datenflüssen, die laut der Biden-Administration entscheidend für die 7,1 Billionen Dollar schwere Wirtschaftsbeziehung zwischen der EU und den USA sind und die das Weltwirtschaftsforum als wesentliche Säule der globalen Wirtschaft betrachtet. Wir werfen zudem einen genauen Blick auf neue Datenschutzvorschriften, Datenrahmenwerke und den Return on Investment für die Einhaltung von Cybersicherheitsvorgaben.
In der neuesten Ausgabe von Ask the Expert treffen die Gastgeberinnen Rois Ni Thuama und Sean mit Linda V. Priebe, JD, CIPP/E, zusammen. Linda ist Partnerin im Washingtoner Büro von Culhane Meadows PLLC, wo sie sich auf EU- und US-Datenschutz/-Sicherheit-Compliance konzentriert und die Government, Regulatory, and Compliance Practice Group mitleitet. Nach vierzehn Jahren in verschiedenen Funktionen im Weißen Haus war Frau Priebe zudem eine vertraute Rechtsberaterin für drei US-Präsidialverwaltungen.
Die Geschäftsführung und der Vorstand tragen erhebliche Verantwortung für Datenschutz, Sicherheit und Datenflüsse. Vorstände haben nicht nur die treuhänderische Pflicht, die Leistung der Geschäftsführung zu überwachen oder nachzuweisen, dass Cyberrisiken durch Investitionen reduziert werden. Heute müssen Vorstände auch verstehen, welchem Risiko ihr Unternehmen ausgesetzt ist, ob das Unternehmen regulatorische Anforderungen erfüllt und Datenschutzgesetze einhält, und welche Resilienzmaßnahmen vorhanden sind oder umgesetzt werden sollten.
Vorstände und die Geschäftsführung sind zudem sehr daran interessiert, den ROI für Cybersicherheits-Compliance im Zusammenhang mit Daten zu verstehen, was besonders schwer zu quantifizieren sein kann. Schließlich beinhaltet eine solche Analyse wahrscheinlich weitgehend immaterielle Faktoren wie Reputation oder Kundenvertrauen. Durch die Implementierung wirksamer Cybersicherheitsmaßnahmen und die proaktive Erfüllung von Datenschutzanforderungen können Unternehmen jedoch das Risiko kostspieliger Datenschutzverletzungen verringern, Ausfallzeiten minimieren und möglicherweise Versicherungsprämien senken, neben weiteren Vorteilen.
Einige wichtige Erkenntnisse aus unserem Gespräch mit Frau Priebe sind:
- Compliance und Transparenz gewinnen die Aufmerksamkeit potenzieller globaler Geschäftspartner.
- Für Unternehmen steigen die Kosten bei Nichteinhaltung von Datenschutzvorschriften. Zum Beispiel bietet der Illinois Biometric Privacy Act Rechtsmittel für jeden einzelnen Fall der Erfassung, selbst im Beschäftigungskontext.
- Obwohl die USA noch kein umfassendes nationales, bundesweites Datenschutzgesetz haben, wächst der Druck, eines einzuführen.
- Das US-Justizministerium hat erkannt, dass die Unternehmensführung Möglichkeiten hat, auf Cybersicherheit zu reagieren, und dass persönliche Verantwortlichkeit für Versäumnisse nun zur Debatte steht.
- Unternehmen, die Cybersicherheits-Compliance als Chance betrachten, sich einen Vorsprung zu verschaffen, tendieren dazu, erfolgreich zu sein und schlechte Ergebnisse zu vermeiden.
- Gute Cybersicherheit und Compliance ziehen Geschäfte und Partnerschaften an und helfen, Talente zu halten.
- Die Ausrichtung von Unternehmenszielen an Sicherheitsbelangen geht über die reine Vermeidung einer Katastrophe hinaus.
- Es lohnt sich, Ihr Unternehmen proaktiv an die strengsten Standards anzupassen.
- In Compliance investierte Dollar bringen eine erhebliche Rendite.
Und dieser letzte Punkt ist entscheidend. Ein positiver ROI für Cybersicherheit kann eine starke Rechtfertigung für kontinuierliche Investitionen bieten, um Ihr Unternehmen vor Cyberbedrohungen zu schützen und Resilienz aufzubauen.
Wenn Sie also Teil der Geschäftsführung sind und über Cybersicherheits-Compliance nachdenken, wären Sie mit einem Return on Investment für Cybersicherheit von 2 zu 1 zufrieden? Oder betrachten Sie den Cyber-ROI eher als Kunst denn als Wissenschaft? In unserem Gespräch mit Frau Priebe haben wir erfahren, dass der ROI für die Einhaltung von Datenschutz- und Cybersicherheitsvorschriften bis zu 7 zu 1 betragen könnte. Auch wenn dies ein Ausreißer sein mag, besteht ein klarer Bedarf, mehr in diesem Bereich zu verstehen, insbesondere wenn wir die Herausforderungen der Cyberversicherung und die entscheidende Notwendigkeit für unternehmensweite Resilienz betrachten.
Um mehr zu erfahren, hören Sie sich das Interview an oder lesen (und teilen) Sie das Transkript hier. Als Nächstes bei Ask the Expert sprechen wir über geopolitische Risiken, Cybersicherheit und Versicherungen mit Harpreet Mann, President von Amynta Trade Credit and Political Risk Solutions.




