Skip to content

Kollaborative Cybersicherheit: Ein sichereres Internet gestalten

Keine Organisation kann das Internet allein sichern. Hier erfahren Sie, warum kollaborative Ansätze in der Cybersicherheit unverzichtbar sind und wie sie in der Praxis aussehen.

Rahul Powar·Co-founder & CEO
Published: February 19, 2025·Updated: March 2, 2025·7 min read

Ciaran Martin, ehemaliger CEO des UK National Cyber Security Centre, und Rahul Powar, CEO von Red Sift

Zusammenfassung: Mit dem technologischen Fortschritt wachsen auch die damit verbundenen Risiken. Ein Gespräch zwischen Branchenführern verdeutlicht, dass kollaborative Cybersicherheitsmaßnahmen entscheidend sind, um ein sichereres und widerstandsfähigeres Internet zu schaffen.

Dieser Artikel:

  • Präsentiert ein Gespräch zwischen Ciaran Martin und Rahul Powar über die Verbesserung der Internetsicherheit.​
  • Behandelt die Herausforderungen, technologische Innovation mit neu entstehenden Risiken in Einklang zu bringen.​
  • Zeigt auf, dass kollaborative Maßnahmen unerlässlich sind, um ein sichereres digitales Umfeld zu schaffen.

Einführung

Das grundlegende Versprechen des Internets ist Verbindung, Chance und Innovation. Doch mit wachsender technologischer Innovation steigen auch die Risiken. Die Herausforderung liegt auf der Hand: Wie schaffen wir ein grundlegend sichereres Internet und befähigen gleichzeitig Organisationen jeder Größe, in einer digital geprägten Welt erfolgreich zu sein?

Im Kern geht es bei dieser Mission um Einfachheit und Zusammenarbeit. Initiativen wie die Active Cyber Defence (ACD) Großbritanniens zeigen die transformative Kraft zugänglicher Sicherheitsprotokolle. Dazu gehören Tools wie Mail Check, die entwickelt wurden, um die E-Mail-Sicherheitslage einer Organisation zu bewerten und zu verbessern, indem zentrale Authentifizierungsprotokolle wie DMARC (Domain-based Message Authentication, Reporting & Conformance) analysiert werden, wodurch Sicherheitsrisiken reduziert werden. Die ACD ist der Beweis dafür, dass selbst grundlegende Maßnahmen, im großen Maßstab umgesetzt, eine messbare Wirkung erzielen können – insbesondere durch die Zusammenarbeit zwischen öffentlichem und privatem Sektor, um die Sicherheit für alle zu verbessern, nicht nur für Organisationen mit großen Budgets oder eigenen Sicherheitsteams.

Cybersicherheit ist keine reine Checkliste

Im Grunde kann Cybersicherheit keine einmalige Lösung sein; sie ist eine fortlaufende Praxis. Betrachten wir E-Mails, nach wie vor das Rückgrat der Kommunikation für Unternehmen und Behörden und einer der größten Angriffspunkte für böswillige Akteure. Der Schutz dieser Organisationen vor Schäden, einschließlich Phishing-E-Mails, erfordert innovative Tools und Lösungen wie DMARC zur Absicherung ausgehender Kommunikation.

Im Jahr 2024 verzeichneten wir eine verstärkte Einführung von DMARC-Einträgen, wobei zahlreiche Organisationen nach der Ankündigung neuer Anforderungen durch Google und Yahoo für Massenversender eiligst grundlegende Authentifizierung (einschließlich DMARC-Reporting) implementierten. Da Branchenführer auf Veränderung drängten, entstand ein deutlicher Wunsch nach fortlaufender Wachsamkeit, wenngleich dieser Prozess nach wie vor schrittweise verläuft. Untersuchungen von Red Sift ergaben, dass 86,62 % der Domains – aus einer globalen Stichprobe von 72 Millionen – ein Jahr später immer noch keinen grundlegenden DMARC-Eintrag aufwiesen. Bei Regierungsorganisationen sieht das Bild positiver aus: 52,7 % haben eine DMARC-Richtlinie mit Quarantäne oder Zurückweisung implementiert. Während DMARC einen wirkungsvollen Weg bietet, um betrügerische ausgehende E-Mails zu blockieren, entfaltet es seine volle Wirksamkeit erst, wenn es im gesamten Ökosystem konsequent durchgesetzt wird.

Im Jahr 2025 ist Zusammenarbeit der Schlüssel: Organisationen des öffentlichen und privaten Sektors müssen im Einklang arbeiten, um wichtige Dienste wie den Datenaustausch bereitzustellen, mit dem gemeinsamen Ziel, DMARC-Durchsetzung zu erreichen und Cyberbedrohungen entgegenzuwirken. Wenn beide Seiten dieselben bewährten Verfahren anwenden und Zugang zu den innovativsten Tools haben, ist es möglich, vollständige Transparenz über die gesamte E-Mail-Kommunikation zu erreichen und ein sichereres Internet für alle zu schaffen.

Neue Vorschriften erfordern neue Tools

Cybersicherheit ist dynamisch und komplex. Böswillige Akteure innovieren ständig und finden neue Wege, um Lücken in Sicherheitsprotokollen auszunutzen. Vor einem Jahrzehnt wurde die Einführung von DMARC hauptsächlich durch Branchenführer und staatliche Initiativen vorangetrieben, die eine bessere E-Mail-Authentifizierung förderten. Heute stehen höhere Einsätze auf dem Spiel, und die Einhaltung ist unter Rahmenwerken wie PCI DSS 4.0 oder Vorschriften wie dem Digital Operational Resilience Act (DORA) der Europäischen Union (EU) oft verpflichtend. Sowohl PCI-DSS als auch DORA betonen E-Mail-Sicherheit als entscheidenden Bestandteil des Schutzes sensibler Daten und der Gewährleistung operativer Widerstandsfähigkeit. Zwar schreibt keine der beiden Vorschriften DMARC explizit vor, doch beide ermutigen Unternehmen nachdrücklich, E-Mail-Authentifizierungsmaßnahmen wie DMARC, SPF und DKIM als Teil ihres umfassenderen Cybersicherheitsrahmens zu implementieren.

Dennoch ist Durchsetzung nur ein Teil der Lösung. Wahrer Schutz erfordert ein kontinuierliches Engagement, um die Konformität aufrechtzuerhalten und sich an neue Bedrohungen anzupassen. Wenn Organisationen beispielsweise wachsen und neue Technologien einführen, entwickelt sich häufig auch ihre E-Mail-Versandinfrastruktur weiter. Neue Server, abgelaufene Domains, Marketingplattformen und Drittanbieter-Tools bringen Komplexitäten mit sich, die sorgfältig verwaltet werden müssen, um Sicherheitslücken zu vermeiden. Ohne kontinuierliche Überwachung und Pflege können selbst gut implementierte Sicherheitsprotokolle im Laufe der Zeit an Wirksamkeit verlieren, wodurch Unternehmen Risiken ausgesetzt bleiben, die sie eigentlich für gebannt hielten.

Hier kommen Automatisierung und fortschrittliche Tools ins Spiel. Tools, die Echtzeitüberwachung, forensische Berichterstattung und automatisierte Problemlösung bieten, ermöglichen es Organisationen, mit den Anforderungen der modernen Cybersicherheit Schritt zu halten. Indem sie die Belastung der IT-Teams verringern, machen diese Tools es selbst für KMU praktikabel, robuste Sicherheitsmaßnahmen zu implementieren und aufrechtzuerhalten. Das Ergebnis ist ein sichereres Internet für alle.

Geteilte Verantwortung meistern

Über die technischen Herausforderungen hinaus gibt es auch einen kulturellen Aspekt beim Aufbau eines sichereren Internets. Cybersicherheit muss als gemeinsame Verantwortung verstanden werden. Regierungen, private Organisationen und einzelne Fachleute haben alle ihre Rolle zu spielen. Programme wie die ACD zeigen, wie öffentlich-private Partnerschaften bedeutende Veränderungen bewirken können. Durch die gemeinsame Bewältigung systemischer Probleme können wir Ergebnisse erzielen, die keine einzelne Einrichtung allein erreichen könnte. Zum Beispiel war die automatisierte Abschaltung bösartiger Websites – ein zentraler Bestandteil der ACD – nur durch die Zusammenarbeit zwischen Regierungsbehörden und privaten Auftragnehmern möglich. Die Ergebnisse sprechen für sich: weniger bösartige Websites, weniger Angriffsmöglichkeiten und ein sichereres digitales Umfeld für alle Nutzer.

Als Fachleute ist es leicht, sich auf die neuesten Technologien zu konzentrieren, die Schlagzeilen dominieren – künstliche Intelligenz, Anomalieerkennung oder fortschrittliche Bedrohungsanalysen, um nur einige zu nennen. So wichtig diese auch sind, sollten sie nicht die Grundlagen überschatten. Sicherzustellen, dass jede von Ihrer Domain gesendete E-Mail authentifiziert ist, dass Ihre Server standardmäßig verschlüsselt sind und dass Ihre DNS-Einträge korrekt konfiguriert sind, mag nicht glamourös sein oder einen Vorstand begeistern, doch diese Maßnahmen bilden das Fundament. Sie reduzieren Risiken im großen Maßstab und schaffen ein Basisniveau an Sicherheit, das alle schützt, vom einzelnen Nutzer bis zur großen Organisation.

Zugänglich und lehrreich gestalten

Die Cybersicherheitsgemeinschaft steht vor einer wichtigen Frage: Wie bauen wir auf diesen Erfolgen auf, um noch größere Widerstandsfähigkeit zu erreichen? Die Antwort liegt in Innovation, die Zugänglichkeit priorisiert. Sicherheitslösungen müssen einfach einzuführen und für Organisationen jeder Größe skalierbar sein. Ob es darum geht, die Einführung von Protokollen wie MTA-STS (Mail Transfer Agent Strict Transport Security) zu vereinfachen oder intuitive Dashboards zu schaffen, die komplexe Aufgaben einfach und umsetzbar machen – der Fokus sollte darauf liegen, Nutzer zu befähigen, die Kontrolle über ihre Sicherheitslage zu übernehmen.

Auch der Bedarf an Aufklärung und Bewusstsein ist ein entscheidender Faktor. Viele Organisationen kennen die ihnen zur Verfügung stehenden Tools und Protokolle noch nicht oder verfügen nicht über das Fachwissen, um sie effektiv umzusetzen – ganz zu schweigen von den vollen Konsequenzen, ungeschützt zu bleiben. Diese Lücke zu schließen erfordert nicht nur technische Lösungen, sondern auch Öffentlichkeitsarbeit, Schulungen und Ressourcen, die Cybersicherheit für alle zugänglich machen.

Der Weg zu einem sichereren Internet mag mühsam klingen, doch wenn er wirkungsvoll umgesetzt wird, wird er transformativ sein. Heute sollten wir darauf hinarbeiten, dass jedes Unternehmen, unabhängig von Größe oder Ressourcen, Zugang zu den verfügbaren Informationen, Anleitungen und Tools erhält, um geschützt zu bleiben, während wir gleichzeitig eine gemeinsame Verantwortung aufbauen, um durch DMARC und andere Protokolle Durchsetzung zu erreichen. Indem wir uns auf ein gemeinsames Ziel konzentrieren und skalierbare Sicherheitsprotokolle nutzen, können wir ein Internet aufbauen, das nicht nur innovativ, sondern auch widerstandsfähig ist. Gemeinsam können wir ein Umfeld schaffen, das für alle zugänglich ist, ohne Kompromisse bei Sicherheit oder Vertrauen einzugehen.

Rahul Powar
Rahul Powar
Co-founder & CEO

Rahul Powar is the co-founder and CEO of Red Sift. A technologist and thought leader in both AI and cybersecurity, Rahul's career previously includes Thomas Reuters and the Shazam.